SIEGERLISTE

Großer Preis von Deutschland

Nach dem ersten Weltkrieg regte sich in allen deutschen Traber-Zentralen der Wille, durch die Schaffung internationaler Prüfungen dem Renngeschehen ein neues Gesicht zu geben. Leitmotiv dieses Gedankens war, Leistungsvergleiche mit den ausländischen Spitzenpferden vorzunehmen, was schon immer die beste Methode war, den eigenen Zuchtstandard zu heben. Mit der Entstehung des Matadoren Rennens wurde 1919 in Mariendorf der Anfang gemacht, und ein Jahr später hob der Altonaer Renn-Club – parallel mit der Begründung des Preises von Bayern in München – den Preis von Deutschland aus der Taufe.

Der erste Sieger, Baka, dem sogar eine Briefmarke gewidmet wurde, beherrschte seine Konkurrenten eindeutig. Dem Zweitplatzierten Long Allerton hatte er 115 Meter Vorgabe geben müssen.

1925 blieb Charlie Mills zum zweiten Mal siegreich. Er hatte mit der aus Österreich eingeführten Alland und der Amerikanerin Alice Root zwei Eisen im Feuer, mit denen er beide Vorläufe gewann. Der offizielle Bericht zum Entscheidungslauf vermerkt: "Charlie Mills erklärt, mit Alland zu gewinnen." Und so kam es auch.

Das Jahr 1927 brachte einen veränderten Austragungsmodus. Erstmalig wurden Vor- und Entscheidungslauf nicht an einem Tag abgewickelt. Karl Heinz, damals bester deutscher Inländer, siegte mit Johnny Mills in der vortrefflichen Zeit von 1:22,4 mit Halsvorsprung gegen den erstmalig im Preis von Deutschland die 1:20-Grenze unterbietenden Guy Bacon (1:19,3), der seine 80 Meter Zulagen zum Sieger nicht ganz hatte ausgleichen können.

Zu den denkwürdigsten Auseinandersetzungen um den Preis von Deutschland gehörte die des Jahres 1932. Die Favoritenehren trug Walter Dear, er zeigte sich jedoch außerstande, dem in Überform antretenden Legality 20 Meter zu geben. In 1:19,5 blieb dieser von Hermann Heitmann gesteuerte Hengst über den 1:18,8 trabenden Rivalen erfolgreich.

Das Jahr 1933 brachte einen grundlegenden Wandel im Austragungsmodus. Erstmalig wurde auf die Abhaltung von Vorläufen verzichtet. Dafür wurde eine Distanzverlängerung um 700 Meter vorgenommen. Trotz seiner 140 Meter Zulage gelang Walter Dear ein neuer Triumph. In der Rekordsiegerzeit von 1:19,4 (über 2840 Meter) bezwang er den von der Grunddistanz abgehenden Antrag (1:23,7).

Mit dem unvergessenen Probst wurde der Name Charlie Mills 1939 zum 7. Male in die Siegerliste eingetragen. Nur fünf Gegner traten gegen den Walter Dear-Sohn an. Seiner Stellung als 11:10-Favorit entsprechend, gewann Probst auch ganz nach Belieben seines Trainers mit fünf Längen.

Der Preis von Deutschland 1957 stand im Zeichen der französischen Stute Gelinotte, die mit 60 Meter Zulagen keine allzu schwierige Aufgabe vorfand. Nach den voraufgegangenen Siegen im Prix d’Amerique, Prix de France, Prix de Paris, Internationale Meisterschaft von Kopenhagen, Solvalla Elite-Rennen und Großer Preis von Aby hatte die Teilnahme der Kairos-Tochter so abschreckend gewirkt, dass sich nur sieben Pferde am Start einfanden.

Der Preis von Deutschland 1960 war ein Kräftemessen zwischen fünf inländischen, fünf der französischen Zucht entstammenden Pferden und einem Teilnehmer aus Belgien. Mit der Höchstzulage von 100 Metern startete Hairos II, der sich durch Siege im Prix d’Amerique, in der Internationalen Meisterschaft von Kopenhagen, im Großen Preis von Aby und Großen Preis der Niederlande bereits den Titel des Europa-Champions von 1960 gesichert hatte. Der Kairos-Sohn zeigte sich auch dieser Aufgabe gewachsen und wurde somit nach Walter Dear (1931 / 1933) und Ahne (1943 / 1944) der dritte Doppelsieger des Preises von Deutschland.

Der Preis von Deutschland 1965 führte erstmals seit 1932 wieder über eine kürzere Strecke. Mit Elma stellte sich eine amerikanische Stute vor, die auf Grund ihrer Erfolge im Gran Premio Costa Azzurra, Großen Lotterie-Preis, Prix de l’Atlantique und Solvalla Elite-Rennen, als das beste Pferd Europas angesehen wurde. Hans Frömming fuhr die Hickory Smoke-Tochter im Vertrauen auf ihren Speed auf Warten hinter den Inländern Doublee, Eidelstedter und Hanselmann. Erst Mitte der Zielgeraden, als sich Eidelstedter von Doublee und Hanselmann abgesetzt hatte, gab er der Stute den Kopf frei und gewann leicht mit zwei Längen Vorsprung gegen Eidelstedter.

Im Preis von Deutschland 1968 bildete die Teilnahme der französischen Traberkönigin Roquepine die Attraktion. Durch Siege im Prix d’Amerique 1966 und 1967, Solvalla Elite-Rennen 1966 und 1967, United Nations Trot, International Trot und anderen großen Rennen galt die Stute als das beste Traberpferd der Welt. Schon auf der ersten Tribünengeraden, also nach etwa 600 Metern, stieß Roquepine zur Spitzengruppe vor. Vinci ging mit und auf der Gegengeraden sonderten sich Vinci und Roquepine von ihren Gegnern ab. In der Zielgeraden gab sich Vinci erst nach tapferem Widerstand gegen Roquepine geschlagen.

In der Geschichte des Preises von Deutschland nimmt der 1970 ausgetragene Grand Prix eine Sonderstellung ein. Zwei Ausnahmetraber Europas, Frankreichs schnellster und erfolgreichster Hengst Tidalim Pelo, und die Amerikanerin Eileen Eden, trafen auf Deutschlands schnellsten Hengst aller Zeiten, den 10j. Simmerl, der bei 20 Meter Vorgabe als ernstzunehmender Gegner für die Gastpferde anzusehen war. Wie ein Jahr zuvor, als Simmerl Eileen Eden den Weg zum Sieg verlegt hatte, bestimmte der im bayerischen Besitz befindliche Braune frühzeitig an den Stangen das Tempo. Auf der Gegengeraden brachte Jean Mary Tidalium Pelo auf und zu Beginn des Einlaufbogens erschien der Franzose an der Seite von Simmerl. Kopf an Kopf bogen Simmerl und Tidalium Pelo in die Zielgerade, wo nun auch Eileen Eden ihren phänomenalen Speed entwickelte und den Abstand zu dem kämpfenden Paar zusehends verringerte. Bis kurz vorm Ziel schien Simmerl die Angriffe von Tidalium Pelo und Eileen Eden abwehren zu können. Erst als Jean Mary noch einmal Tidalium Pelo mit der Peitsche forderte, erlangte dieser den siegbedeutenden Vorteil. Zwischen Simmerl und Eileen Eden war das Ende so knapp, dass das Positiv des Zielfotos ausgewertet werden musste.

Die Austragung des Preis von Deutschland 1971 brachte noch einmal internationale Topstars nach Hamburg. In Begleitung von Tidalium Pelo war auch Une de Mai erschienen, die beste Stute der Welt. Bereits im Einlaufbogen lagen Tidalium Pelo, Une de Mai und Dart Hanover in Front und ohne ernsthaft gefordert zu werden, festigte Tidalium Pelo seinen Ruf als bester Traber der Welt.

Jahr
Sieger
Alter / Geschl.
Dotation
Zeit
Distanz
Fahrer
Zweiter
Dritter
1920
Baka (AT)
5 H
 
1:23,7
2080
Charlie Mills
Long Allerton
Dornröschen II
1921
Edeltochter
4 S
 
1:27,6
2005
Lorenz Weiß
Black Jim jr.
Lady Marion II (US)
1922
Prahlhans
6 H
 
1:28,4
1995
Karl Kuplinger
Bessie Worthy (US)
Peter Duffy (US)
1923
Taurus
4 H
 
1:30,7
1900
Paul Schönrock
Timoko
Graphit
1924
Nathan IV
4 H
 
1:28,1
1900
Hermann Schleusner
Graphit
Gänger
1925
Alland (YU)
7 S
 
1:22,8
2130
Charlie Mills
Alice Root (US)
Gänger
1926
Mixer
4 H
 
1:24,4
1900
Charlie Mills
Wasserlauf
Peter Speedway (US)
1927
Karl Heinz
5 H
 
1:22,4
2020
Johnny Mills
Guy Bacon (US)
Mixer
1928
Arnulf
4 H
 
1:22,7
1980
Johnny Mills
Karl Heinz
Friese
1929
Arion Bingen
4 H
 
1:22,9
2010
Charlie Mills
Tizian
Geza
1930
Sweet Echo (US)
5 S
 
1:21,3
2060
Paul Finn               
Tizian
Marlene
1931
Walter Dear (US)
5 H
 
1:21,2
2100
Charlie Mills
Arion Bingen
Lee Nelson
1932
Legality (US)
5 H
 
1:19,5
2080
Hermann Heitmann
Walter Dear (US)
Bandit
1933
Walter Dear (US)
7 H
 
1:19,4
2840
Charlie Mills
Antrag
Calumet Butler (US)
1934
Washington
5 H
 
1:23,8
2680
Gottlieb Jauß jr.
CalumetButler (US)
Querulant
1935
Vitruv
7 H
 
1:22,9
2760
Carl Weidmüller
CalumetButler (US)
Fair Watts (US)
1936
Champus
4 H
 
1:23,6
2700
Walter Heitmann
Johannes M.
Sturdy (US)
1937
Circe
4 S
 
1:24,2
2700
Erich Speckmann
Xiphias
Ludwig Ford
1938
Ludwig Ford
6 H
 
1:21,5
2780
Gottlieb Jauß jr.
Tara (US)
Zapfenstreich
1939
Probst
7 H
 
1:21,2
2820
Charlie Mills
Ludwig Ford
Lido
1940
Ziethen
6 H
 
1:25,2
2760
Johannes Frömming
Epilog
Holsate
1941
Epilog
7 H
 
1:23,7
2820
Walter Heitmann
Holsate
Lilo H.
1942
Ludwig der Zweite
5 H
 
1:24,5
2780
Gottlieb Jauß jr.
Holsate
Epilog
1943
Ahne
5 S
 
1:25,4
2740
Josef Spieß
Epilog
Ottilie
1944
Ahne
6 S
 
1:26,8
2760
Josef Spieß
Flottweg
Hindu
1956
Vitus Bush
6 H
25.000 DM
1:22,5
2600
Robert Nowak
Frasquita
Heure d’Amour (FR)
1957
Gelinotte (FR)
7 S
36.000 DM
1:19,0
2660
Charlie Mills
Horrido
Jariolain (FR)
1958
Hairos II (FR)
7 H
40.000 DM
1:19,1
2640
Jan Kruithof
Eifersucht
Fifi beau Gosse (FR)
1959
Tjavs (DK)
6 H
35.000 DM
1:20,0
2640
Jan Petersen
Jens Protector (NO)
Iolcos (FR)
1960
Hairos II (FR)
9 H
35.000 DM
1:18,6
2700
Willem Geersen
Iskander F (FR)
Alfa Romeo
1961
Kristallo
6 H
35.000 DM
1:22,2
2620
Johannes Frömming
Progusta
Baden-Baden
1962
Eidelstedter
6 H
40.000 DM
1:20,2
2640
Johannes Frömming
Morlant D (FR)
Parität
1963
Litz (FR)
8 H
50.000 DM
1:19,4
2620
Eddy Freundt
Niha (FR)
Narvick D J (FR)
1964
Oscar R L (FR)
6 H
50.000 DM
1:21,6
2640
Henri Levesque
Pluvier III (FR)
Philosophe D (FR)
1965
Elma (US)
5 S
56.000 DM
1:18,8
2120
Johannes Frömming
Eidelstedter
Star Rodney (US)
1966
Vinci
5 H
56.000 DM
1:20,0
2100
Johannes Frömming
John
Sussex Hanover (US)
1967
Roquepine (FR)
6 S
70.000 DM
1:18,0
2120
Henri Levesque
Vinci
Quand Meme J (FR)
1968
Feuerball
8 H
50.000 DM
1:21,0
2100
Harry Rölle
Ginster
Hat Trick
1969
Simmerl
9 H
70.000 DM
1:18,4
2100
Rolf Luff
Eileen Eden (US)
Wallburg
1970
Tidalium Pelo (FR)
7 H
100.000 DM
1:17,4
2120
Jean Mary
Eileen Eden (US)
Simmerl
1971
Tidalium Pelo (FR)
8 H
120.000 DM
1:16,7*
2120
Jean Mary
Une de Mai (FR)
Dart Hanover (US)
1974
Nizam II
8 H
100.000 DM
1:18,6
2100
Johannes Frömming
Bebe du Parnasse (FR)
Ginster

*Rennrekord

1993 rief der Trabrennverein Gelsenkirchen einen neuen Großen Preis von Deutschland ins Leben, der sich an nationale vierjährige Pferde wendete. Diese Prüfung wurde 1994 in München-Daglfing und 1995 in Dinslaken entschieden. 2009 wurde der Große Preis von Deutschland nach vierjähriger Pause in Gelsenkirchen neu aufgelegt und ist in seiner jetzigen Form als internationales Vierjährigenrennen konzipiert. Seit 2011 wird das Rennen in Hamburg ausgetragen.

Jahr
Sieger
Geschl.
Dotation
Zeit
Distanz
Fahrer
Zweiter
Dritter
1993
Rambo Corner
H
450.000 DM
1:15,3
2000
Willi Rode
Overdrive
Sundo
1994
Cremona
S
400.000 DM
1:15,8
2100
Heinz Wewering
Cassela
Songkas
1995
Deegie
S
450.000 DM
1:17,8
2100
Oliver Wewering
Real Speed
Mondena
1996
Mayfair
H
474.400 DM
1:14,9
2000
Joseph Verbeeck
Prahler
Forest Dream
1997
General November
H
471.320 DM
1:14,1
2000
Pekka Korpi
Mayon Bowl
Fazimo
1998
Francis Diamond
H
423.850 DM
1:15,4
2000
Gerhard Biendl
Seagull Secret
Limbo Kievitshof
1999
Cosmic Ride
H
481.200 DM
1:15,5
2000
Tuomas Korvenoja
Hy My Boy
Harpune
2000
Park Joe
W
710.470 DM
1:15,2
2000
Ulrich Schnieder
Chattscha
Arctic Star
2001
Freiherr As
H
478.540 DM
1:15,4
2000
Ulrich Schnieder
Ocarine Boshoeve
Othello Vivant
2002
Oscar Schindler Sl 
H
50.000 Euro
1:14,4
2000
Heinz Wewering
Oak General
Tschagga
2003
Lets Go
H
50.000 Euro
1:14,4
2000
Helmut Biendl
Jillis Joker
Monet November
2004
Atoll Plage
H
30.000 Euro
1:14,6
2000
Arnold Mollema
Ustranas S’Jay
Nordic Gold November
2009
Nu Pagadi
H
176.510 Euro
1:13,6
2000
Erik Adielsson
Lorenz Caf (IT)
Light Kronos (IT)
2010
Zorba Oldeson (NL)
H
159.040 Euro
1:14,1
2000
Rob de Vlieger
Joke Face (SE)
Jag Junior
2011
Tamla Celeber (SE)
S
172.510 Euro
1:14,6
2720
Örjan Kihlström
Baltimore As
Västerbo Face It (SE)
2012
On Track Piraten (SE)
W
197.830 Euro
1:13,4
2720
Joseph Verbeeck
Brad De Veluwe (FI)
Angelo (SE)
2013
Dreams Take Time (SE)
H
200.000 Euro
1:14,0
2720
Johnny Takter
Indigious
Quid Pro Quo (SE)
2014
Riff Kronos (IT)
H
200.000 Euro
1:12,7
2720
Veijo Heiskanen
Duke of Greenwood
Papagayo E. (NO)
2015
Exodus Hanover (US)
H
200.000 Euro
1:11,8
1680
Kenneth Haugstad
British Steel (US)
Sing Hallelujah (IT)
2016
Cruzado Dela Noche (US)
H
200.000 Euro
1:11,5*
1680
Per Linderoth
Cash Hanover
Gijon (SE)
2017
Diamanten (SE)
H
150.000 Euro
1:12,0
2200
Kim Eriksson
Generaal Bianco (NL)
Django Riff (FR)
2018
Hesiod (US)
H
150.000 Euro
1:12,1
2200
Ulf Ohlsson
Enterprise (US)
Classic Connection
2019
Zarenne Fas (IT)
H
150.000 Euro
1:12,2
2200
Richard Skoglund
Maxus (US)
Zabul Fi (IT)
2020
Oscar L.A. (SE)
H
40.000 Euro
1:14,0
2200
Joakim Lövgren
Jason Dragon
Jilt Flevo (NL)
2021
Toto Barosso
H
40.000 Euro
1:13,2
2200
Peter Untersteiner
Gold Cap BR
Kilimanjaro (NL)
2022
Indy Rock
W
40.000 Euro
1:12,3
2200
Jörgen Sjunnesson
Gladiator AS
Luciano Lobell
2023
Global Dubhe
W
50.000 Euro
1:12,9
2200
Johan Untersteiner
Yahoo Diamant
Schampus
2024
Global Dubhe
W
50.000 Euro
1:12,3
2200
Peter Untersteiner
Danger Bi
Y Not Diamant
2025
Stens Rubin (SE)
W
50.000 Euro
1:12,2
2200
Johan Untersteiner
Brothers in Arms
Nelson Greenwood

* Rennrekord

Großer Preis von Deutschland – Stuten

Jahr
Sieger
Geschl.
Dotation
Zeit
Distanz
Fahrer
Zweiter
Dritter
2024
Karaboudjan
S
50.000 Euro
1:13,2
2200
Stefan Persson
Delicious Gar
Kira Bo Face
2025
Cosmea
S
50.000 Euro
1:13,1
2200
Michael Nimczyk
Nortolanda
Exmes As