Zucht des deutschen Trabers

Zuchtziel, Züchter:innen und die Aufsichtsorganisation durch den Hauptverband für Traberzucht e.V. (HVT)

Zuchtziel

Die Zucht des Deutschen Trabers entstand auf der Grundlage der drei originalen Traberzuchten in Amerika, Frankreich und Russland, wobei der russische Traber lediglich in den Anfängen der deutschen Traberzucht vor allem als Erweiterung des Genpools diente und heute nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. 

Der amerikanische Traber, das American Standardbred, hingegen wurde als Hauptquelle für die Blutauffrischung genutzt. Er beinhaltet zwei Zuchtlinien, die Traber und die Pacer (Passgänger), und wird im Gegensatz zum französischen und russischen Traber auf Frühreife gezüchtet. Er zeichnet sich durch eine große Schnelligkeit speziell über kurze bis mittlere Distanzen aus. 

Der französische Traber hingegen gilt als robust und ausdauernd – gerade über längere Strecken. Durch die Einkreuzung französischer Traber in die deutsche Zucht machte man sich auch dessen gute Eigenschaften als Reitpferd zu Nutze, die u.a. für die Verwendung in der Landespferdezucht eine Rolle spielen.

Bis heute ist in der deutschen Traberzucht eine Verpaarung innerhalb der verschiedenen anerkannten Länderzuchten für Traber möglich und gewünscht, um die Aufnahme von frischem genetischen Material zu gewährleisten und so positive züchterische Effekte zu erzielen.

Das Zuchtziel ist hierbei stets der leistungsfähige Renntraber mit Frühreife und korrektem Exterieur, der auch für die Verwendung in der Landespferdezucht geeignet ist.

Züchter:innen

Seit 1896 gibt es für den Deutschen Traber eine dokumentierte Zuchtbuchführung – und immer war es das Ziel, schnelle und zugleich ausdauernde Pferde zu züchten, die ihre Fähigkeiten in Trabrennen unter Beweis stellen. Doch dienen die Trabrennen nicht nur der Unterhaltung. Vor allem sind sie auch Leistungsprüfungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes, somit integraler Bestandteil der Traberzucht und dienen als Selektionsmethode für bestimmte Leistungsmerkmale.

Laut Definition wird unter einem Züchter eines Deutschen Trabers derjenige verstanden, der zum Zeitpunkt der Geburt des Fohlens der Besitzer der Mutterstute war (wenn das Fohlen in Deutschland geboren wurde) oder der die Mutterstute vor der Geburt des Fohlens im Ausland erworben hat und diese dann für dauernd nach Deutschland einführt (wenn das Fohlen ausserhalb Deutschland geboren wurde).

Der Züchter ist jedoch noch viel mehr. Mit der Zuchtplanung, also der Auswahl des richtigen Hengstes für seine Stute, mit der erfolgreichen Bedeckung bzw. Besamung und schließlich der optimalen Vorbereitung der Geburt seines Fohlens legt der Züchter den Grundstein für einen späteren Sieger. Auch die Ausbildung und die sorgfältige Vorbereitung auf die spätere Karriere basieren auf der Arbeit des Züchters – immer begleitet von der Hoffnung, später einmal von einem Derbysieger aus eigener Zucht sprechen zu können.

Hierfür spielt auch die Aufzucht eine entscheidende Rolle. Das erfolgreiche Rennpferd braucht in der Jugendphase viel Bewegung und frische sauerstoffreiche Luft, um Herz und Lunge ausbilden zu können. Ganz nebenbei werden die körperlichen Abwehrkräfte stimuliert. Mit ca. 6 Monaten werden Stute und Fohlen getrennt. Der junge „Absetzer“ hat jetzt ein Jahr lang Zeit, sich in der Jungherde zu entwickeln. Dies erfordert auch eine entsprechende Fütterung: eine gute Energie-, und auch Eiweißversorgung. Auch hier ist der Züchter gefragt, ebenso wie bei der regelmäßigen Gabe von Wurmkuren, um Schäden am Verdauungstrakt und der Lunge zu vermeiden.

Nur hippologisches Know-how des Züchters, gepaart mit optimalen Aufzuchtbedingungen, schaffen die Voraussetzungen, einen Sieger im Stall zu haben.

Für eine optimale Zuchtplanung steht den Züchtern der digitale Zuchtdienst breedly.com zur Verfügung, der auf der Zusammenarbeit des HVT mit dem schwedischen Traberzuchtverband STC basiert. Insgesamt stehen hier den Interessierten Informationen von rund 600.000 Trabern weltweit zur Verfügung, die wöchentlich aktualisiert werden. Im Fokus stehen hier vor allem der umfangreiche Hengstkatalog, die Trabersuche sowie natürlich die Möglichkeit der erweiterten Pedigree-Analysen im Rahmen von Testanpaarungen.

Als Hilfestellung für die Dokumentation Ihrer Zuchtarbeit finden Sie hier einen Leitfaden.

Der amerikanische Traber, das American Standardbred, hingegen wurde als Hauptquelle für die Blutauffrischung genutzt. Er beinhaltet zwei Zuchtlinien, die Traber und die Pacer (Passgänger), und wird im Gegensatz zum französischen und russischen Traber auf Frühreife gezüchtet. Er zeichnet sich durch eine große Schnelligkeit speziell über kurze bis mittlere Distanzen aus. 

Aufsichtsorganisation

Der Hauptverband für Traberzucht e.V. (HVT) mit Sitz in Berlin ist nach dem deutschen Tierzuchtgesetz (TierZG) von der zuständigen Landesbehörde als Zuchtverband auf dem Gebiet der Traberzucht anerkannt. Er ist somit die Dachorganisation für Traberzucht in Deutschland und fördert und beaufsichtigt diese sowie deren Leistungsprüfungen, die Trabrennen

Hierbei ist er sowohl an die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere an das EU-Gemeinschaftsrecht sowie das Tierzuchtgesetz und das Tierschutzgesetzes und auch an sein eigenes Regelwerk gebunden.